Glarus - Mittwoch, 2. April 2008 20:37
glarus24:
Aus welchen Gründen sollen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sie in
den Regierungsrat wählen und welches Departement würden Sie gerne
übernehmen?
Weil die Talschaft 30 Jahre gepennt hat
und von mutlosen Verwaltern regiert wurde. Darum nur das Departement
Bau und Umwelt. Da ich absolut neutral und niemandem verpflichtet bin,
kann ich unbefangen neue Wege beschreiten.
Beispiel: Energie
„Der Landwirt als Energie- und Rohstoffwirt". Dazu gehört auch die
Hanfpflanze . Diese Themen werde ich als Umwelt-Regierungsrat
einbringen und umsetzen. Dazu werde ich die innovativsten Leute
zusammenpoolen. Die kommen dann vielleicht aus Österreich, Deutschland
oder Italien. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, aber wir müssen
die besten Plattformen stellen. Raum und Flächenplanung. Vor
allem am Eingangsportal mit Walensee.
Das Spektrum
praktischer Anwendungen muss erweitert werden und die Gesetzgebung zur
Förderung der erneuerbaren Energien wie, Bioenergie, Wind, Solar, ja
auch Geothermie muss kantonsintern angestoßen werden. „Der Landwirt als
Energie- und Rohstoffwirt“ ist längst zum geflügelten Wort geworden.
Auch diese solartechnischen Brachen auf unseren Süddächern werden
proAktiv mit günstigen Darlehn eliminiert. Neue Denkprozesse werden
neue Beiträge zur Entwicklung der Agrarwirtschaft leisten. Der
Bergbauer in unserer Talschaft wird zu einem Qualitätsgarant. Mit
Heilplanzen, und Kräutergärten, die die Flachland- Indianer mit
Tausenden von Quadratmeter Landfläche nicht produzieren können.
(Manchmal ist weniger mehr! )
Das nahende Ende des
Erdölzeitalters erfordert die schnelle Wende zum Solarzeitalter. Von
entscheidender Bedeutung auf diesem Weg ist die Nutzung der Biomasse.
Sie hat eine besondere Rolle im Mix der Erneuerbaren Energien.
Wesentliche Vorteile der Biomasse sind die direkte Speicherfähigkeit,
vielseitige Einsetzbarkeit und ihre Fähigkeit, die Land- und
Forstwirtschaft als regionalen Wirtschaftszweig zu stärken.
glarus24:
Der Kanton erhält in naher Zukunft viel Geld aus den Goldreserven, dem
nationalen Finanzausgleich und dem Projekt Linthal 2015. Wie würden sie
diese Gelder am Besten einsetzen?
Fernando Reust:
Zehn Mio. als Eigenkapital für den Türöffner am Talanfang für den
längst fälligen Energie-, Umwelt-, Sport & BusinessPark (siehe auch
www.sbp.ch).
Park+Ride Parkhäuser, neue Bahntechnologie von Weesen nach Linthal
evtl. auch nach Elm. GL Fahrzeuge werden bis Mitte 2009 alle CO2
neutral fahren.
Die 150 Mio. der AXPO werden so
aufgeteilt: Sechs Innovationsfonds zu zehn Mio. im Bereich: Wissen,
Gesundheit, Technologie, Umwelt, Sport, Business. Zehn Mio für ein
Risk-Fond für alle, die zu viel gewagt haben. Jährlich wird auf den
sechs Geschäftsfeldern einen Award vergeben. Schliesslich noch 30 Mio.
für das Solardachprogramm
glarus24: Welche Entwicklungen im Tourismus sollen im Glarnerland angestrebt werden?
Fernando
Reust: Der rückwärts orientierte alte Schrott der Näfelserfahrt wird
abgeschafft und zum Innovationstag umbenannt. Und da werden die
Österreicher speziell eingeladen. Und viele andere Ausländer. Das wird
der Tag der Awards. Alle Seen werden aufgewertet. Tourismus wird
grosser Bestandteil unserer Talschaft werden. Es wird ein
Gesundheits-Tourismus im weitesten Sinn und einer, wo man auch Ruhe
findet.
Weiter wird ein neues Verkehrs-Logistik-System Namens
“ Monekey-System“ in den nächsten drei Jahren installiert
Geokodiert. Verkehrsreduktion von min. 20 Prozent. Wir werden
eine Zusammenarbeit mit Sultan Al Jaber, Emirat Abu Dhabi suchen, dem
Erbauer der Stadt Masdar City: die Stadt ohne CO2 Emissionen soll 2012
fertig sein.
glarus24: Was ist Ihre Meinung zum Thema allgemeines Rauchverbot ?
Fernando
Reust: Die Frage des Rauchens ist von mir schon vor 20 Jahren
abgehandelt worden. Kein Qualm in öffentlichen Räumen. Wir leben ja
auch nicht mehr auf den Bäumen. Und wenn es für Italien, kein Thema
mehr ist, dann sollte es für uns, auch kein Thema mehr sein.
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